Bitte.

Ich will meine Sachen nehmen & gehen! Alles hinter mir lassen & sehen, wohin mich das führt! Ich halte es hier nicht mehr aus. Ich kann nicht mehr. Mit jeder Ohrfeige will ich es nur noch mehr. Nur weg hier.

Meine Abscheu & mein Hass wächst mit jedem seiner tobenden Worte, mit jedem blauen Fleck, mit jedem Schmerzgefühl wünsche ich mir ein Zuhause. So sehnlich. “Home is where your heart is”. Ich weiß nicht ob mein Herz noch immer bei dir ist. Aber hier ist es nicht. Seit Jahren nicht mehr. Ich muss hier raus.

Fort. Zu dir. Weil du der Einzige bist, zu dem ich in solchen Momenten will. Du bist der Einzige mit dem ich darüber reden will. Du bist der Einzige der mich in den Arm nehmen soll. Der Einzige. Du bist der dessen Lächeln ich sehen will. Dessen Lippen ich auf meiner Stirn spüren will, wenn du mir deinen beschützenden Kuss gibst. Du sollst mir die brennenden Tränen aus dem Gesicht wischen & mir sagen, dass du für mich da bist. Du sollst einfach da sein. Deine Anwesenheit reicht. Sie heilt mich. Nimmt mir ein wenig vom Schmerz. Ich will in deine Augen sehen & wissen, dass du in solchen Momenten immer da sein wirst.

Dann, wenn ich dich wirklich brauche, bist du doch da für mich oder? Ich habe dir einmal etwas bedeutet. Das kann nicht vergessen sein. Für mich ist es das nicht. Für mich bist du es nicht. Bitte sag mir, dass ich es für dich auch nicht bin. Bitte steh doch jetzt einfach vor meiner Tür. Weil du es spürst. Du spürst meinen Kummer. Du spürst meinen Schmerz. Wenn nicht du, wer dann?

Ich will dich anrufen. Ich will es so sehr. Aber wenn du mich zurückweist, was wird dann passieren? Was mache ich dann? Wenn du mir deutlich machst, dass dir nicht länger danach ist für mich da zu sein? Du hast deine Sorge um mich wahrscheinlich längst abgelegt. Jemand anderem vor die Tür gelegt. Sie einfach dort gelassen. Als wäre nie etwas gewesen.

Du hast dein Leben weitergelebt - ohne mich. Doch manchmal brauche ich dich. Jetzt brauche ich dich! Was würde ich darum geben bei dir sein zu können. Noch einmal von dir in den Arm genommen zu werden. Noch einmal ein “Ich liebe dich” zu hören & dabei in deine wundervollen blauen Augen zu gucken.

Du warst mein Fels in der Brandung. Du warst mein Engel, mein Ritter, mein Bodyguard. Du warst mein Liebhaber, mein bester Freund, mein Beschützer, meine Nummer gegen Kummer. Du warst so vieles. & jetzt bist du nichts. Nein. Du WILLST nichts mehr sein für mich. Du hast uns schon so lange aufgegeben.

Ich weiß nicht ob es besser so ist. Ich weiß nur, dass du die Person bist, die ich jetzt brauche.

Bald sind es 3 Jahre. 3 Jahre des Auf & Abs. 3 Jahre voller Liebe & Schmerz, voller Verlangen & Eifersucht. Ich habe dich verflucht, dich geliebt.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, was du jetzt zu mir gesagt hättest, aber ich weiß, dass es das richtige gewesen wäre.

Ich bin mir sicher, dass du vor Wut gekocht hättest, du würdest zu ihm gehen wollen. “Ich klär das mit ihm!”, hättest du gesagt. Ich weiß genau was du hättest tun wollen. & ich hätte dich davon abgehalten. Wahrscheinlich hätten wir uns sogar angeschrien. Ich bin nicht mehr das kleine Mädchen von damals. Wir hätten uns angeschrien & dann hättest du mir in meine verweinten Augen gesehen & du hättest mich in den Arm genommen. Du würdest zittern vor Wut. Ich würde dich beruhigen & du mich. Ich würde irgendwann in deinem Arm einschlafen.

Du wärst da für mich. Die ganze Nacht. So wie es immer war. Weil du genau weißt, dass ich dich brauche in solchen Momenten. Du weißt, wie sehr ich dich brauche. & du lässt mich nie allein, wenn ich so am Boden liege. In meiner Vorstellung.